Schwerpunkt · Zwangsstörungen

Wenn Gedanken nicht aufhören.

Kontrollieren, waschen, zählen, ordnen – oder Gedanken, die sich aufdrängen und Angst machen. Viele Betroffene schämen sich und warten Jahre, bevor sie Hilfe suchen. Das müssen Sie hier nicht.

Aufdrängende Gedanken sagen nichts darüber aus, wer Sie sind.

Woran Sie es merken können

Wenn Rituale den Tag bestimmen.

01

Kontrollieren: Herd, Tür, Fenster, E-Mails – immer wieder, obwohl Sie wissen, dass alles in Ordnung ist.

02

Waschen und Reinigen aus Angst vor Keimen, Schmutz oder Ansteckung.

03

Ordnen, Zählen, Wiederholen, bis es sich „richtig“ anfühlt.

04

Aufdrängende Gedanken mit aggressiven, sexuellen oder religiösen Inhalten, die Ihnen Angst machen und nicht zu Ihnen passen.

05

Gedankliches Neutralisieren oder ständige Rückversicherung bei anderen: „Bist du sicher?“

06

Viel Zeit geht verloren, Sie meiden Situationen, Angehörige werden in Rituale eingebunden.

Gedanken sind keine Taten

Menschen mit Zwangsgedanken setzen diese so gut wie nie in die Tat um – gerade weil die Gedanken ihnen so fremd sind und so viel Angst machen. Sie können hier offen darüber sprechen.

Wie ich arbeite

Den Kreislauf unterbrechen.

01

Den Zwang verstehen

Gedanke, Angst, Ritual, kurze Erleichterung – und dann wieder von vorn. Wir sehen uns an, wie dieser Kreislauf bei Ihnen funktioniert.

erste Sitzungen

02

Eine Stufenleiter bauen

Gemeinsam sortieren wir Situationen danach, wie schwer sie Ihnen fallen. So beginnen wir dort, wo es machbar ist.

Planung

03

Konfrontation ohne Ritual

Sie stellen sich Schritt für Schritt den Situationen, die den Zwang auslösen – und lassen das Ritual weg. Das ist anstrengend, aber die Leitlinien empfehlen genau das als Behandlung der ersten Wahl. Bei Bedarf üben wir auch bei Ihnen zu Hause.

Kern der Therapie

04

Angehörige einbeziehen

Wenn Familie oder Partner in Rituale eingebunden sind, beziehen wir sie ein. Zum Abschluss planen wir, wie Sie Rückfällen vorbeugen.

zum Abschluss

Gut zu wissen

Was Sie erwarten können.

Gut untersucht

Kognitive Verhaltenstherapie mit Konfrontation und Reaktionsverhinderung ist laut S3-Leitlinie die Behandlung der ersten Wahl bei Zwangsstörungen.

Längere Sitzungen

Für Übungen planen wir bei Bedarf Doppelsitzungen, damit Anspannung in Ruhe abklingen kann.

Ohne Scham

Was auch immer Ihnen durch den Kopf geht: Ich habe es sehr wahrscheinlich schon gehört. Sie müssen hier nichts beschönigen.

Weiterführend

Selbsthilfe und Informationen.

Seriöse Informationen für Betroffene und Angehörige:

Deutsche Gesellschaft Zwangserkrankungen e. V. – Informationen, Selbsthilfegruppen, Hilfe für Angehörige
S3-Leitlinie Zwangsstörungen – mit Patientenleitlinie in verständlicher Sprache

Sie müssen nicht alles erzählen.

Für die Anfrage genügt ein Satz wie „Ich habe Zwangsgedanken.“ Alles Weitere besprechen wir im geschützten Rahmen.

In akuten Krisen gilt 112 · 116 117 · Telefonseelsorge 0800 111 0 111.