Behandlung der ersten Wahl
Die kognitive Verhaltenstherapie für Insomnie (KVT-I) wird in der S3-Leitlinie als Behandlung der ersten Wahl bei chronischer Schlaflosigkeit empfohlen. Sie umfasst oft nur sechs bis acht Sitzungen.
Schwerpunkt · Schlafstörungen
Stundenlang wach liegen, nachts aufwachen und nicht wieder einschlafen, morgens wie gerädert: Wer schlecht schläft, dem fehlt tagsüber die Kraft. Anhaltende Schlaflosigkeit ist gut behandelbar – meist ohne dauerhafte Schlafmittel.
Schlaf lässt sich nicht erzwingen. Aber man kann ihm den Weg bereiten.
Woran Sie es merken können
01
Einschlafen dauert lange, oft länger als eine halbe Stunde.
02
Sie wachen nachts auf und liegen grübelnd wach.
03
Sie wachen zu früh auf und können nicht wieder einschlafen.
04
Tagsüber sind Sie müde, gereizt oder unkonzentriert.
05
Das Bett wird zum Ort der Anspannung, schon abends sorgen Sie sich um die nächste Nacht.
06
Die Probleme bestehen seit Wochen oder Monaten, an mehreren Tagen pro Woche.
Lautes Schnarchen mit Atemaussetzern, unruhige Beine, Schilddrüsenprobleme oder Medikamente können den Schlaf stören. Lassen Sie das bitte ärztlich abklären, bei Verdacht auch im Schlaflabor.
Wie ich arbeite
01
Zwei Wochen lang notieren Sie, wann Sie ins Bett gehen, einschlafen, aufwachen und wie erholt Sie sich fühlen. Das ist die Grundlage für alles Weitere.
02
Wie funktionieren Schlafdruck und innere Uhr? Und welche verbreiteten Annahmen – etwa „Ich brauche unbedingt acht Stunden“ – machen den Schlaf eher schlechter?
03
Mit gezielter Begrenzung der Bettzeit und klaren Regeln für das Bett wird der Schlaf wieder tiefer und verlässlicher. Das ist anfangs anstrengend, wirkt aber nachhaltig.
04
Grübeln, Sorgen und Anspannung am Abend: Sie lernen Wege, den Kopf vor dem Schlafen zur Ruhe zu bringen.
Gut zu wissen
Die kognitive Verhaltenstherapie für Insomnie (KVT-I) wird in der S3-Leitlinie als Behandlung der ersten Wahl bei chronischer Schlaflosigkeit empfohlen. Sie umfasst oft nur sechs bis acht Sitzungen.
Wechselnde Schichten und Bereitschaften stellen eigene Anforderungen an den Schlaf. Mehr dazu im Angebot für Einsatzkräfte.
Schlafprobleme begleiten oft Depression, Angst oder Traumafolgen. Dann behandeln wir beides zusammen.
Weiterführend
Wenn Sie sich vorab informieren möchten:
Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin – Patienteninformationen zu Schlafstörungen und Schlaflaboren
Erschöpfung und Arbeit – wenn Stress im Beruf den Schlaf raubt
Schreiben Sie mir kurz, wie Ihre Nächte aussehen. Im Erstgespräch klären wir, ob die KVT-I für Sie passt.